Die ersten amerikanischen Abgeordneten (oh Wunder, diesmal sind es Republikaner) stellen schon fest, dass man in Libyen nicht ohne klares Konzept hätte eingreifen dürfen. Bevor also dieses Problem nicht zur Zufriedenheit des Westens gelöst wird, wird man wohl kein neues Fass aufmachen. Zumindest, wenn nicht wieder jemand mit "ausreichend" militärischer Potenz seine politischen Fehler überspielen muss, wie die Franzosen und Amerikaner dies in Libyen ja tun (müssen?). Die eigentliche Frage ist doch: Warum hat die UN, oder wenigstens die NATO, seit Ende des kalten Krieges immer noch kein effizienten Krisen-Interventions-Ablauf entwickelt? Immer noch stürzen sich bei Krisen alle total unkoordiniert in das Kriegsgetümmel, bevor man festgelegt hat, WAS man eigentlich erreichen will, WELCHE Maßnahmen man bereit ist dafür einzusetzen, WER den Einsatz koordiniert WER überhaupt mitmachen will/kann/soll und WAS man bereit ist zu tun, wenn Plan A scheitert! Die UN hat zwar solche Ansätze, aber was hilft das, wenn die schon USA diese (wie z.B. im Irak-Krieg) konsequent ignorieren. Die NATO hat seit Ende des kalten Krieges auf jeden Fall total versagt! - Und so kann jeder Diktator besonders dann skrupellos Menschen niedermetzeln, wenn der Westen grade total konfus in einigen Krisengebieten herumstochert - denn anders kann man ja dieses ein bisschen Krieg führen nicht nennen - aber andererseits keine klare Stellung für die gesamte "arabischen Revolution" bezieht. So sind nachher sowohl die Länder in denen die Revolution erfolgreich war, wie auch die wo sich die bisherigen Regime durchgesetzt haben schlecht auf uns zu sprechen. Also, mal wieder die Möglichkeit vertan, mit der arabischen Welt ein Vertrauen aufzubauen! Schade!