Ägypten öffnet Grenze zum Gaza-Streifen. Na, Männer unter 40 J. können noch nicht frei reisen und es ist auch noch kein Waren Ex- oder Import möglich. Also noch etwas weniger "offene Grenze" als wir damals zur DDR hatten
, aber immerhin endet wohlmöglich eine Abriegelung, die mit nur kurzen Unterbrechungen seit Jahrzehnten für die Einwohner des Gaza-Streifens galt. Bislang ist jeder Gaza-Einwohner, der kein Rentner ist und je im Ausland war illegal eingereist oder abgeschoben worden.
Israels Diplomaten reagieren mit Sorge auf die Ankündigung, dass es bald auch Waren nach und aus Gaza geben soll und befürchten Waffenimporte. Das wird wohl nicht zu vermeiden seien.
Aber die Wirtschaft in Gaza hätte erstmals eine Chancen überhaupt zu entstehen. Und wenn die, bislang eingesperrten, Palästinenser sinnvoll arbeiten können, gibt es vielleicht mal eine Alternative zum Terrorismus. Ob diese Chance von eine Genneration, die nur diesen Riesen-Knast und den Wiederstand dagegen kennt, genutzt werden kann, wird sich zeigen.
Dennoch bleiben die wirtschaftsbeschränkungen, die mit Arafat in Oslo ausgehandelt wurden. So dürften z.B. die 10 erfolgreichsten israelischen landwirtschaftlichen Produkte von "Palästina" nicht exportiert werden und jedliches Wasser (auch Grundwasser) muß von Israel gekauft werden. Ob so jemals eine funktionierende Wirtschaft aufgebaut werden kann und somit eine Möglichkeit zum Frieden entsteht bleibt fraglich.
Bitter ist nur, dass wenn dieses gelingt, es gegen den Willen Israels geschieht. Und ein positiver Neubeginn der ägyptisch-israelischen Beziehungen ist es wohl auch nicht, wenn die Raketen, die demnächst in Israel detonieren werden, über Ägypten nach Gaza kamen. Schade um die Friedenschance!