Robert Gabriel Mugabe, der älteste Staatschef des Kontinents steht schon lange ganz oben auf der Reiseverbotsliste der Europäischen Union. Seit 2002 hat die EU mittlerweile rund 130 führende Politiker, die für Menschenrechtsverletzungen in dem afrikanischen Staat verantwortlich gemacht werden, mit Einreiseverboten belegt und deren in der EU befindliches Vermögen eingefroren.
Bei Kundgebungen, Militärparaden und Sportfesten in Harare und in den Provinzhauptstädten wird die Befreiung von rassistischer weißer Herrschaft beschworen. Doch vom damals hoffnungsvollen Neubeginn im Land zwischen Sambesi und Limpopo nach dem Ende des Bürgerkriegs, vom Beginn der Aussöhnung zwischen Schwarzen und Weißen sowie einer prosperierenden Wirtschaft ist wenig geblieben. Im vergangenen Jahrzehnt hat die Politik Mugabes Simbabwe in eine schier unaufhaltsame ökonomische Talfahrt getrieben und zugleich das eigene politische Credo innen- wie außenpolitisch aufgegeben. Simbabwe zeichnet die welthöchste Inflationsrate, die sich inzwischen 2000 Prozent nähert. Nach mehr als einem Vierteljahrhundert Unabhängigkeit leben 80 Prozent der Simbabwer unter der Armutsgrenze, ebenso hoch ist die Arbeitslosigkeit. Die Lebenserwartung ist bei Frauen auf 34, bei Männern auf 37 Jahre gesunken, wozu natürlich die Krankheit Aids, die auf dem schwarzen Kontinent beängstigende Formen angenommen hat beiträgt.