Sie spielen nicht Krieg, sie machen ihn – die Kindersoldaten. Auf 250.000 bis 300.000 schätzt man ihre Zahl heute. Kindersoldaten werden gegenwärtig in mehr als 30 bewaffneten Konflikten weltweit eingesetzt, davon mehr als die Hälfte in Afrika.
Kindersoldaten sind jünger als 18 Jahre. Sie werden meist mit Gewalt rekrutiert – bei Überfällen auf ihre Heimatdörfer oder auf dem Weg zur Schule. Nur selten engagieren sich die Kinder freiwillig, weil sie sich ein besseres Leben erhoffen. Kindersoldaten können Kämpfer, Boten, Aufklärer, Träger oder auch Sexualobjekte für die erwachsenen Soldaten sein, zumal 40 Prozent Mädchen sind. Der Konflikt im Sudan wurde lange als eine der weltweit schlimmsten Situationen des Einsatzes von Kindersoldaten angesehen. Tausende Kinder ab dem 12. Lebensjahr wurden im Süden des Landes zwangsrekrutiert und kämpften in regierungsnahen oder in separatistischen Gruppen. Die sudanesische Regierung hat außerdem der Lords Resistance Army (LRA) Unterstützung und Schutz gewährt. Die LRA ist verantwortlich für die Verschleppung, brutale Behandlung und sexuelle Versklavung von schätzungsweise 10.000 Kindern aus dem Norden Ugandas seit 1987.
Burundi, die Elfenbeinküste, die Demokratische Republik Kongo (Kinshasa), Sudan und Somalia stechen in Afrika besonders bei der Rekrutierung von Kindersoldaten hervor.
Nach Hochrechnungen der UNO sind zwischen 1990 und 2000 weltweit zwei Millionen Kindersoldaten gefallen, sechs Millionen wurden Invaliden und zehn Millionen erlitten schwere seelische Schäden.