Die russische Politik ist mit ihren Integrationsinitiativen in der westlichen GUS bislang gescheitert. Wenn auch aus unterschiedlichen Gründen, so hat Moskau doch sowohl in der Ukraine als auch in Weißrussland an Einfluss verloren. Dies liegt nicht zuletzt darin begründet, dass die Führung unter Vladimir Putin den Kurs der pragmatischen Ökonomisierung ihrer Außenbeziehungen im GUS-Raum seit den "farbigen Revolutionen" nicht mehr konsequent verfolgt, sondern zunehmend versucht, als "abtrünnig" wahrgenommene GUS-Staaten unter Druck zu setzen.
Besonders gegenüber der Ukraine sind ökonomische bzw. energiewirtschaftliche Sanktionen derzeit das einzige Russland verbleibende Instrument. Da Moskau gleichzeitig durch die westlichen GUS-Staaten Gas und Öl nach Westeuropa exportiert, bleibt dies jedoch ein Instrument von eingeschränkter Reichweite. Russland, Weißrussland und die Ukraine sowie die EU sind in einem sehr konfliktgeladenen Beziehungsdreieck gefangen. Die Spannungen in den regionalen Beziehungen werden sich nur lösen, wenn sich alle Seiten dieses Dreiecks um eine konstruktive Politik bemühen.