Zur Zeit überholen die USA ihr komplettes atomares Arsenal, um für die neue Bedrohungslage gewappnet zu sein. Dies beinhaltet die Modernisierung aller Atomwaffen, die in ihrem Besitz sind, sowie die Entwicklung neuer Atomwaffen. Zuerst wurden zwei Programme anvisiert: die Entwicklung einer neuen bunkerbrechenden Atomwaffe (RNEP=Robust Nuclear Earth Penetrator) und eine Studie über "Mininukes" (Atomwaffen mit geringer Sprengkraft unter 5 Kilotonnen). Seit der Entscheidung des US-Kongresses diese beiden Programme nicht mehr zu finanzieren, wurden sie durch ein neues Programm ersetzt: das "Verläßliche Sprengkopfersatzprogramm" (RRWP=Reliable Replacement Warhead Program).
Der US-Kongress verabschiedete 1994 ein Gesetz, das die Entwicklung neuer Atomwaffen verbietet. Das Gesetz sollte im Zusammenspiel mit dem Atomwaffenteststoppvertrag dem Wettrüsten ein Ende setzen. Es wurde allerdings 1997 durch die Entwicklung der B-61-11-Bombe ausgehebelt. Diese Atomwaffe wurde "modifiziert", um tief in die Erde eindringen zu können. In Tests konnte sie jedoch nur eine Tiefe von sieben Metern erreichen: nicht ausreichend, um den Namen "Bunker Buster" zu verdienen. Doch die Sprengkraft der B-61-Bombe ist wählbar. Sie lässt sich zwischen 0,3 und 340 Kilotonnen (KT) konfigurieren. Das heißt, sie ist auch als "Mini-Nuke" einsetzbar.