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#1

Wieder dauerhafte russische Präsenz im Mittelmeer?

in Europa und Russland. 12.08.2007 15:56
von Bullway • 771 Beiträge

Bei einem am 3. August durchgeführten Besuch der Schwarzmeerflotte in Sevastopol erklärte Admiral Vladimir Masorin, Russland müsse „dauerhaft im Mittelmeer präsent“ sein. Er verwies auf die „strategische Bedeutung des Mittelmeeres für die Schwarzmeerflotte“ und sprach von der unverzichtbaren Notwendigkeit, die „regionalen Transportwege für Energieressourcen“ (Pipelines etc) zu sichern. Der Admiral wörtlich: „Ich schlage (daher) vor, dass die russische Marine unter Einbeziehung auch der Nordflotte und der Baltischen Flotte ihre frühere permanente Präsenz (im Mittelmeer) wieder herstellt“.
In ersten Analysen bewerteten internationale Medien die Ankündigung von Admiral Masorin fast einhellig als Teil einer russischen Antwort auf US-Pläne zum Aufbau eines Raketenabwehrsystems in Osteuropa, sprachen von einem weiteren Schritt in Richtung auf eine „Rückkehr zum Kalten Krieg“.
Einen Tag später beeilte sich Marinesprecher Igor Dygalo, die hoch gehenden Wogen zu glätten. Zwar dementierte er nicht grundsätzlich Pläne zu verstärkter Mittelmeerpräsenz. Russland habe aber keinesfalls die Absicht, die „Mittelmeer-Eskadra“ des Kalten Krieges wieder zu beleben. Es gehe lediglich darum, „durch regelmäßige Präsenz von Einheiten der Nordflotte, Baltischen Flotte und Schwarzmeerflotte die außenpolitischen Interessen Russlands zu unterstreichen“.
Während des Kalten Krieges war die russische Marine mit zahlreichen Kampf- und Hilfsschiffen permanent im Mittelmeer präsent. Meist lagen die Einheiten in Buchten vor Tunesien und Libyen vor Anker oder beschatteten Verbände der 6. US-Flotte oder der NATO. Permanente Abstützrechte im Rahmen eines zwischenstaatlichen Abkommens bestanden nur im syrischen Tartus, wo an einer reservierten Pier ein Werkstattschiff (in ablösendem mehrmonatigen Einsatz) und Bergeschlepper zur logistischen Unterstützung stationiert war.

Der von vielen tot geglaubte russische Bär lebt. Sei es beim Ausbau der neuen Radarstation im Süden des Landes oder auf rein wirtschaftlicher Ebene. Als wieder erstarkender Gegenpol zu den USA möglicherweise nicht schlecht. Die Gefahren die sich aus solchen "Gegenüberstehen" von Weltmächten ergeben dürften aber auch noch gut in Erinnerung sein.


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