Peter Scholl-Latour Forum
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#1

Peter Scholl-Latour, 90 Jahre auf dem Globus unterwegs.

in Ein bewegtes Leben. 12.05.2007 18:26
von Bullway • 771 Beiträge

Peter Roman Scholl-Latour wurde am 9. März 1924 in Bochum geboren. Über Peter Scholl-Latour`s Eltern ist außer das sein Vater Arzt war nichts bekannt.

Von 1936 bis 1940 besuchte Scholl-Latour ein von Jesuiten im integristischen Geist der Gegenreformation geführtes Gymnasium im Schweizerischen Fribourg. In verschiedenen Fernsehsendungen hat er angedeutet, dass er während des Dritten Reiches in „Schutzhaft“ saß. Dieses Thema erwähnt er auch in seinem Buch „Leben mit Frankreich – Stationen eines halben Jahrhunderts“, wobei der genaue Grund für seine Widerstandstätigkeit jedoch unklar bleibt. Er berichtet lediglich darüber, dass er sich den Partisanen des Marschalls Tito im damaligen Jugoslawien anschließen wollte, aber schon an der Grenze zu Slowenien von der Gestapo verhaftet wurde.

Nachdem Scholl-Latour 1945 als Angehöriger eines französischen Fallschirmjäger-Expeditionskorps, dem Commando Parachutiste Ponchardier, zwei Jahre am Indochinakrieg teilgenommen hatte, studierte er in Mainz, Paris (Sorbonne) und Beirut an der Universität Saint Joseph Philologie, Politologie und Arabistik und arbeitete bereits während seines Studiums als Reisejournalist für deutsche und französische Zeitungen und Rundfunkanstalten. Sein Volontariat absolvierte er 1948 bei der Saarbrücker Zeitung. Für seine Berichte bereiste er Amerika, den vorderen Orient und große Teile Südost- und Ostasiens. Im Jahr 1954 promovierte er in Paris zum Docteur ès lettres. Im gleichen Jahr wurde während eines Auslandsaufenthaltes sein Söhn geboren, der heute in Neuseeland lebt und von Beruf Arzt ist. Anschließend war er in den Jahren 1954 und 1955 Sprecher der Regierung des Saarlandes.

1956 entschied er sich endgültig für den Journalismus, reiste nach Afrika und Südostasien, wurde 1960 bis 1963 ständiger Afrika-Korrespondent der ARD, von 1963 bis 1969 zuerst Studioleiter der ARD in Paris und anschließend bis 1971 Programmdirektor des WDR-Fernsehens. Er reiste von Paris regelmäßig als Sonderkorrespondent nach Vietnam, wo er sich 1973 unfreiwillig für eine Woche bei der Volksfront für die Befreiung Vietnams (NLF) aufhielt. Trotz guter Behandlung durch die NLF waren er und sein Team Gefangene dieser Gruppe. 1971 bis 1983 war er Chefkorrespondent und Leiter des ZDF-Studios in Paris. Anschließend wandte er sich wieder den Printmedien zu und wurde als Chefredakteur und Herausgeber des durch die Affäre der gefälschten Hitler-Tagebücher schwer angeschlagenen Stern-Magazins auch zum Vorstandsmitglied des Stern-Verlags Gruner + Jahr AG & Co KG berufen. 1984 wurde er Beiratsmitglied der UFA-Film- und Fernseh-GmbH. Nach seinem Ausscheiden bei Gruner + Jahr und dem Stern ist er bis heute als Publizist und Autor von Dokumentarfilmen tätig. Von 1985 bis 2007 war Peter Scholl-Latour Mitglied des Beirates der Deutsch-Arabischen Gesellschaft. Während dieser Zeit gab er auch seine Erfahrungen an der Ruhr-Universität weiter, als er 2001 ein Hauptseminar über Auslandskorrespondenten leitete.
Nach dem Rücktritt von Dr. Otto Wiesheu wählte ihn die Mitgliederversammlung des Beirates der Deutsch-Arabischen Gesellschaft am 22. März 2007 in Berlin zum Interimspräsidenten.
Scholl-Latour gilt als Experte für den Nahen Osten und den Islam.

Peter Scholl-Latour ist am 16.08.2014 im Alter von 90 Jahren gestorben.



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Wissen ist Macht aber nichts zu wissen macht für die Meisten nichts.

zuletzt bearbeitet 16.08.2014 20:03 | nach oben springen


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